Fragenkatalog des Landesanglerverbandes Thüringen e. V.  
 an die Thüringer Parteien vor den Landtagswahlen am 
27.10.2019 
 
1. Im Freistaat Thüringen sind über 40.000 Einwohner im Besitz eines Fischereischeines. Im
Landesanglerverband Thüringen e.V. sind derzeit über 16.000 Anglerinnen und Angler
organisiert.
 
a) Wie bewerten Sie das Engagement der Angelfischerei in Bezug auf den Gewässer- und
Fischartenschutz, den sozialen Aspekt des Angelns in Thüringen und das Kulturgut
Angeln an sich?
 
2. In den vergangenen acht Jahren sind von den Thüringer Aquakulturunternehmen
Kormoranschäden in einer Gesamthöhe von jährlich 341.000 bis 987.000 Euro gemeldet worden.
(vgl. Kleine Anfrage vom 9. Juli 2018 - Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und
Naturschutz). Dabei sind Schäden in der Freizeitfischerei noch nicht einbezogen, obwohl diese
deutlich höher sind und die organisierte Angelfischerei die höchsten finanziellen Schäden zu
tragen hat.
Die aus Landesmitteln geleisteten Ausgleichszahlungen für die Berufsfischerei betrugen in
Abhängigkeit von den verfügbaren Haushaltsmitteln zwischen 23.000 bis 50.000 Euro pro Jahr.
Allein der Landesanglerverband Thüringen e.V. und seine 225 Vereine investieren jährlich über
3,2 Millionen Euro in die Fischhege und den Fischartenschutz.
Der durch einen zu hohen Kormoranbestand jährlich in den heimischen Fischbeständen
verursachte finanzielle Schaden beträgt allein in den Pacht- und Eigentumsgewässern unseres
Verbandes und seiner Vereine mindestens 2,3 Millionen Euro. Die ökologischen Schäden für
unsere Thüringer Gewässer, speziell für die heimische Flora und Fauna lassen sich nur schwer
beziffern, doch sie sind enorm.
 
a) Wie bewertet Ihre Partei die eklatante Differenz zwischen verursachten Schaden und
der Höhe der Ausgleichszahlungen?
 
b) Wie bewertet Ihre Partei den Sachverhalt, dass die Fehler einer in Teilen falschen
Naturschutzpolitik, der Kormoran ist hier nur ein Beispiel, die Allgemeinheit bzw. der
Steuerzahler, in unserem Fall Tausende, ehrenamtlich engagierte Angler zu tragen
haben und ein finanzieller Ausgleich für die direkt Betroffenen politisch und vom
zuständigen Fachministerium bisher nicht vorgesehen ist?
 
3. Nur 19 von 43 heimischen Fischarten gelten in Thüringen als nicht vom Aussterben bedroht und
die Situation verschärft sich weiter.
Durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegt, gefährden nicht allein die ungenügende
Wasserqualität, Gewässerstruktur und Durchgängigkeit der Gewässer, sondern vor allem der zu
hohe Bestand des Kormorans (Phalacrocorax carbo sinensis) unsere heimische Fischfauna.
Vorrangig zieht sich der Kormoran in die zunehmende Anzahl ausgewiesener Schutzgebiete
zurück. Allein diese Tatsache macht, im Interesse des Artenschutzes, eine Anpassung der
Thüringer Kormoranverordnung dringend notwendig.
Es gibt bisher keinen belastbaren Beweis, dass der Kormoran (Phalacrocorax carbo sinensis), eine
für Thüringen heimische Art ist.
 
a) Die Kormoranverordnung wurde besonders auf Grund der fachlich begründeten
Forderungen und Initiativen des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. erneut
verlängert. Wie positioniert sich Ihre Partei zur Bejagung von fischfressenden Vögeln, 
insbesondere zur Regulierung des zu hohen Kormoranbestandes mittels 
Vergrämungsabschuss? 
Soll Ihrer Meinung nach, im Interesse des Artenschutzes, der Kormoran in das Thüringer 
Jagdgesetz im Sinne des § 2 Abs 2 Bundesjagdgesetz übernommen werden? 
 
b) Unterstützt Ihre Partei die Aufhebung der Schonzeit und die Jagd auf Kormorane in 
Schutzgebieten, auch ohne zusätzlichen Antrag, wie es aktuell bereits außerhalb von 
Schutzgebieten und außerhalb der Schonzeit möglich ist? 
 
4. Die Mehrfachnutzung von Gewässer durch andere Interessengruppen hat in den vergangenen 
Jahren deutlich zugenommen. Grundsätzlich befürwortet unser Verband auch andere 
Nutzungen, wenn im Rahmen eines sachlichen, fairen Miteinanders die Hegeverpflichtung und 
das Angeln nicht zu stark eingeschränkt bzw. unmöglich gemacht werden.  
In der Realität hat es die Angelfischerei mit zunehmenden, massiven Einschränkungen zu tun, 
welche von den zuständigen Behörden, trotz klarer gesetzlicher Regelungen (Hegepflicht mit der 
Handangel, Uferbetretungsrecht etc.), nicht verhindert, ja oft noch geduldet werden.  
Auch das Wasserwandern (Flößerei, Paddelboote, Kanu, Motorboote) auf den wunderschönen 
Thüringer Gewässern erfreut sich immer größerer Beliebtheit.  
Dies bleibt insbesondere für sensible Gewässerökosysteme, wie die Werra, nicht folgenlos. Oft ist 
der Wasserstand in den Fließgewässern, insbesondere in den Sommermonaten, für die Flößerei 
und das Kanufahren viel zu niedrig, was zur Zerstörung des Kiesbetts (Lebensraum für 
Kiesbettlaicher) führt. Aufgrund fehlender Infrastruktur und fehlender behördlicher 
Regulierungen und Kontrollen nimmt außerdem die Zerstörung und Vermüllung der Gewässer 
stetig zu.  
Dem finanziellen und personellen Engagement der Anglerinnen und Angler ist es zu verdanken, 
dass das Müllaufkommen noch erträglich erscheint. 
 
Das Thüringer Wassertourismuskonzept muss dringend überarbeitet werden. Es geht von zum 
Teil völlig falschen Voraussetzungen und Entwicklungspotentialen aus. Nach unserem 
Kenntnisstand wurden die Gewässerbedingungen (z. B. das Wasserwandern/ Flößerei) nicht 
ausreichend in den Sommermonaten bewertet, sondern zu Zeiten, als die Gewässer viel Wasser 
führten.  
 
a) Sollte Ihrer Meinung nach das Wasserwandern auf den Fließgewässern grundsätzlich 
abhängig von festgelegen Mindestpegelständen sein, so wie es in anderen 
Bundesländern seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird? 
 
b) In Gewässerbereichen, an denen die Frequenz der Wasserwanderer eine gewisse 
Häufigkeit überschreitet, kann es zu Interessenskonflikten zwischen 
Angelfischerei/Naturschutz/ Gewässerschutz und dem Wasserwandern kommen. 
 
Wie positioniert sich Ihre Partei bei der Gewichtung des touristischen Ausbaus unserer,  
in der Regel, ökologisch sehr sensiblen, kleinen Fließgewässer? 
 
5. Der Umgang mit den herrenlosen Speichern ist spätestens nach dem neuen Wassergesetz und 
nach den letzten beiden trockenen, sehr heißen Sommern, mit akutem Wassermangel in vielen 
unserer Thüringer Gewässer zu einem Politikum geworden.  
Die Verfügbarkeit von Wasser ist ein zentrales Menschenrecht und Wasser gehört in die Hand 
des Staates. Kommerzielle Aspekte können nicht das alleinige Kriterium für dessen Nutzung sein. 
Unteranderem würden das Schleifen von Stauanlagen und das Verschwinden dieser Gewässer, 
auch ein Verlust von Lebensqualität und das Sterben von unzähligen gemeinnützigen 
Anglervereinen bedeuten, welche das gesellschaftliche Leben, insbesondere im ländlichen Raum, 
entscheidend mitprägen.  
 
a) Wie positioniert sich Ihre Partei zum Erhalt der Talsperren und Speicher als ökologisch 
wertvolle, landschaftsprägende Biotope, als wichtige Wasserresorts und als wichtiger 
Erholungsraum, insbesondere auch für die Nutzung durch die Angelfischerei?  
 
b) Wie bewertet Ihre Partei, auf Grund des spürbaren Klimawandels, die Bedeutung der 
Stauanlagen in Thüringen als wichtige Wasserspeicher und wäre es 
verantwortungsvoll, die als herrenlose Talsperren und Speicher definierten 
Stauanlagen alle zu schleifen?  
 
6. Die mit dem Klimawandel verbundenen Trockenperioden häufen sich auch in Thüringen. 
Sinkende Pegelstände der Bäche, Flüsse und Seen sind die Folge. Viele Fließsysteme stehen in 
Verbindung mit den großen Thüringer Talsperren.  
Ein Beispiel ist die Apfelstädt, deren Pegelstand von der Wasserabgabe aus den Talsperren 
Tambach-Dietharz und Schmalwasser abhängig ist. In beiden Talsperren steht ausreichend 
Wasser für die Apfelstädt, eines unserer hochwertigsten Fließgewässerbiotope, zur Verfügung. 
Doch es ist nicht geplant die momentan viel zu geringe Mindestwasserabgabe um wenigstens das 
2- 3-fache zu erhöhen, sondern das Wasser soll kommerziell vermarktet und an der Apfelstädt 
vorbei geleitet werden. 
 
So befindet sich bereits die Westringkaskade, welche zum Teil parallel zur Apfelstädt verläuft, im 
Bau. Offiziell wurde bisher keiner der Anlieger und Fischereipächter im Rahmen der 
Planfeststellung in dieses Projekt, welches massiv über Leben oder Sterben der Apfelstädt 
entscheidet, einbezogen. 
 
Geplant ist das Wasser aus den Talsperren Tambach-Dietharz und Schmalwasser über die 
Westringkaskade durch zwei noch zu bauende Wasserkraftanlagen zu leiten, hier den erzeugten 
Strom und zusätzlich Beregnungswasser für landwirtschaftliche Betriebe zu verkaufen.  
 
So lange die Mindestwasserabgabemenge an die Apfelstädt deren Überleben sichert, wäre eine 
kommerzielle Vermarktung des Wassers durchaus akzeptierbar.  
Doch dazu müsste die aktuell laut Bescheid festgesetzte Mindestwasserabgabe mindestens 
verdreifacht werden. Momentan sehen wir das Projekt Westringkaskade auch aus rechtlicher 
Sicht, sehr kritisch.  
 
a) Wie bewertet Ihre Partei, dass an Mindestabgabemengen festgehalten wird, die 
nachweislich, auf Grund der geänderten Klimasituation zum Trockenfall ganzer 
Flusslandschaften führen, obwohl in einigen Talsperren ausreichend Wasser vorhanden 
ist?  
 
b) Würde sich Ihre Partei für eine grundsätzliche Überprüfung der wasserrechtlichen 
Bescheide (Mindestwasserabgabemengen in und aus den Stauanlagen) im Interesse 
des Schutzes und Erhalts möglichst vieler unserer Gewässerökosysteme einsetzen? 
 
7. Die Pachtpreise für das Fischereirecht in Thüringen sind in den vergangenen 30 Jahren vielerorts 
exponentiell gestiegen. Gewässer erster Ordnung werden vorrangig vom Freistaat Thüringen 
verpachtet und Gewässer II. Ordnung in der Regel von den Kommunen.  
 
a) Inwiefern wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass die Pachtverträge für Gewässer I. 
und II. Ordnung allein schon aus fachlichen und soziokulturellen Gründen vornehmlich 
mit Angelvereinen oder Anglerverbänden abgeschlossen werden, die Pachtpreise auch 
für gemeinnützige Vereine erschwinglich bleiben und nicht in öffentliche 
Vergabeverfahren eingehen?  
 
8. Der Ausbau des Netzes an Schutzgebieten schreitet in Thüringen immer weiter voran. 
Somit werden immer mehr Fischereipächter und Eigentümer von Fischereirechten damit 
konfrontiert. Die Erfahrungen für die Anglervereine sind sehr unterschiedlich. Von wenigen 
positiven Ausnahmen abgesehen, wird seitens des Naturschutzes massiv versucht Einfluss auf die 
Ausübung des Fischereirechtes und auf die Hege der Fischbestände sowie auf die  Pflege der 
Gewässer zu nehmen. Dies widerspricht nicht selten dem geltenden Fischereirecht bzw. der 
guten fachlichen Praxis in der Fischerei und schränkt die Ausübung der Angelfischerei 
unverhältnismäßig stark ein. Das Fischereirecht ist ein eigentumsgleiches Recht und steht unter 
besonderem Schutz des Artikels 14 Grundgesetz. 
 
a)  Wie positioniert sich Ihre Partei zur Ausübung der Angelfischerei in Schutzgebieten, 
unter Beachtung des Thüringer Fischereirechtes? 
 
b) Wie beabsichtigen Sie zukünftig unsere Sach- und Fachkompetenz als anerkannter 
Naturschutz- und Anglerverband in Ihre Entscheidungsprozesse bei der fischereilichen 
Nutzung von Gewässern in Schutzgebieten mit einzubeziehen? 
 
9. Die Saalekaskade ist ein touristisches Highlight in Thüringen und wird nicht umsonst als 
Thüringer Meer bezeichnet. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie Touristen nutzen dieses riesige 
Gebiet zum Angeln, Wasserwandern und zur Naherholung.  
Leider ist die Infrastruktur, wie die Zuwegung und die Einlassstellen für Boote in einem sehr 
ungenügenden, teilweise katastrophalen Zustand oder erst gar nicht vorhanden. Momentan 
werden in einer der größten und landschaftlich attraktivsten Gewässerlandschaften Europas 
nicht die richtigen touristischen Schwerpunkte gefördert bzw. mögliche positive Entwicklungen 
durch einzelne Lobbygruppen blockiert.   
 
a) Wie positioniert sich Ihre Partei zum Ausbau einer funktionierenden Infrastruktur an 
der Saalekaskade, insbesondere einer besseren Zuwegung zu den Gewässern und dem 
Bau moderner Bootseinlassstellen im Interesse einer besseren Erlebbarkeit dieser 
großen Talsperren? 
 
b) Inwieweit würde Ihre Partei die dringend notwendige Entwicklung der Region 
Saalekaskade (Thüringer Meer) mit einem speziell dafür aufgelegten Förderprogramm 
unterstützen, damit auch die Jugend im ländlichen Raum über die Entwicklung des 
Tourismus Arbeit und damit eine Zukunft hat?  
 
10. An den Jugendveranstaltungen des Landesanglerverbandes nehmen mehr als 2.000 Mädchen 
und Jungen teil. Diese interessanten Veranstaltungen werden von den Kindern und Jugendlichen 
sehr gut angenommen und sind ein zentraler Bestandteil unserer Verbandsarbeit. Jedoch sind 
diese qualitativ hochwertigen Veranstaltungen mit einem großen logistischen und personellen 
sowie finanziellen Aufwand für unseren Verband und unsere Mitglieder verbunden. 
 
a) Wie möchte sich Ihre Partei zukünftig noch stärker für die Förderung der Kinder und 
Jugendarbeit, im Interesse eines frühen Heranführens der Mädchen und Jungen an ein 
waid- und tierschutzgerechtes, naturbewusstes Verhalten, einsetzen? 
 
11. Die Fischereiaufsicht wird in Thüringen vorwiegend von staatlich bestellten  
ehrenamtlichen Fischereiaufsehern, welche jährlich mehrere tausend Kontrollstunden leisten, 
abgesichert.  
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. erstattet allen Fischereiaufseher/innen des Thüringer 
Gewässerverbundes und an der Saalekaskade die entstandenen Aufwendungen, bezahlt die 
Reisekosten und garantiert allen einen umfassenden Versicherungsschutz, den eigentlich der 
Freistaat Thüringen absichern müsste.   
 
Die festgestellten Ordnungswidrigkeiten und Straftaten „erwirtschaften“ einen hohen 
fünfstelligen Betrag für die Landkreise. Die Ausstattung der Fischereiaufseher ist jedoch 
momentan von den Fischereiaufsehern selbst zu beschaffen oder wird vom Landesanglerverband 
Thüringen e.V. bezahlt.  
So wie bei der Polizei, wird auch die Kontrolltätigkeit der Fischereiaufseher immer 
anspruchsvoller, die kontrollierten Personen werden immer uneinsichtiger und aggressiver, nicht 
selten riskieren die Fischereiaufseher dabei auch ihre Gesundheit.  
 
Ohne die Kontrollen durch die staatliche Fischereiaufsicht würde es an den Gewässern zu 
deutlich höheren Verstößen gegen das Thüringer Fischereirecht, zu deutlich mehr Straftaten, wie 
Fischwilderei und zu einer noch größeren Vermüllung der Gewässerlandschaften kommen.  
Darum ist es nicht zu akzeptieren, dass oft viel zu geringe Ordnungsstrafen von den zuständigen 
Behörden ausgesprochen werden und als besonders demoralisierend ist die Tatsache, dass die 
Gerichte in Thüringen bei Straftaten die Verfahren fast immer einstellen.  
Dies gibt es so in anderen Bundesländern, wie Bayern, Brandenburg oder Mecklenburg-
Vorpommern nicht.  
 
a) Inwieweit wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass die Ausstattung der 
Fischereiaufseher/innen perspektivisch mehr gefördert wird, so dass diese ihre 
hoheitlichen Aufgaben besser erfüllen können?  
 
b) Inwieweit wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass insbesondere Straftaten durch die 
Gerichte endlich angemessen bestraft werden und die nicht ungefährliche, wichtige 
Arbeit der ehrenamtlichen Fischereiaufseher so mehr gewürdigt wird? 
 
12. Ein Großteil der Gewässer in Thüringen ist über land- u. forstwirtschaftliche Wege zu.  
Leider führt eine Gesetzeslücke zunehmend dazu, dass es immer größere Probleme gibt, 
Gewässer zu erreichen.  
Laut Thüringer Fischereirecht haben der Fischereiberechtigte und der Fischereipächter eine 
Hegeverpflichtung, welcher in der Angelfischerei vorrangig mit der Handangel ausgeübt wird.  
Doch diese wird oft seitens der Behörden, den Forstverwaltungen oder der Landwirtschaft 
anders gesehen. Eine klare rechtliche Regelung gibt es nicht, obwohl die Angel- und 
Berufsfischerei mit zur Landwirtschaft gehört.  
 
Selbst für Maßnahmen der Satzfischproduktion in Aufzuchtbächen und deren Abfischungen, für 
Fischbestandskontrollen, für Besatzmaßnahmen, selbst für Kontrollen durch die staatliche 
Fischereiaufsicht wird es immer schwieriger die Gewässer zu erreichen.  
Nicht selten werden selbst von Kommunen Verkehrsschilder „Durchfahrt verboten“ oder „Land- 
und forstwirt. Verkehr frei!“ aufgestellt, ohne dass es dafür nachvollziehbare Gründe gibt.  
 
Die zunehmenden Einschränkungen sind nicht mehr hinnehmbar, objektiv nicht gerechtfertigt, 
verhindern eine nachhaltige Hege der Fischbestände und führen zu hohen wirtschaftlichen 
Verlusten für den Fischereiberechtigten/ Fischereipächter. 
 
a) Wie bewertet Ihre Partei diese Gesetzeslücke mit den sehr negativen Auswirkungen für 
den Fischereiberechtigten/ Fischereipächter im Rahmen der Fischhege und 
fischereilichen Bewirtschaftung der Gewässer? 
 
b) Wird sich Ihre Partei kurzfristig für entsprechende gesetzliche Regelungen einsetzen, 
welche im Rahmen der Zuwegung zu den Gewässern, die Angel- und Berufsfischerei der 
Land- und Forstwirtschaft rechtlich gleich stellt?  
13. Trotz großer Anstrengungen und vieler positiver Ergebnisse bei der Verbesserung der Struktur 
und Durchgängigkeit unserer Thüringer Fließgewässer, sind wir leider noch weit hinter dem 
Zeitplan der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zurück.  
Insgesamt ist es das Ziel, die Oberflächenwasserkörper in einem guten ökologischen Zustand zu 
überführen. Ein wichtiger Indikator ist der Fischbestand, welcher nach der Arten- und 
Altersklassenzusammensetzung und Fischdichte bewertet wird. Allein bei der ökologischen 
Qualitätskomponente Fisch erreicht aktuell kein Fließgewässer den guten Zustand. Einer der 
Hauptgründe für diese ernüchternde Bilanz ist der starke Fraßdruck eines zu hohen 
Kormoranbestandes und die Verbauung unserer Fließgewässer durch Wasserkraftanlagen mit 
fehlenden bzw. oft nicht funktionierenden Fischauf- und Fischabstiegen. 
 
a) Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, 
speziell die Gewässerstruktur und Durchgängigkeit sowie die Situation eines der 
wichtigsten Indikatoren, den Bestand unserer heimischen Fischarten, deutlich zu 
verbessern und wie stehen sie ökologisch zur kleinen Wasserkraft bzw. zum Neubau 
kleiner Wasserkraftanlagen?   
 
14. Nachhaltige Maßnahmen zur Renaturierung von Gewässern und Verbesserung ihrer 
ökologischen Wertigkeit sowie Maßnahmen im Interesse des Fischartenschutzes sind trotz 
großen ehrenamtlichen Engagement der Thüringer Angelfischerei sehr kostenintensiv und ohne 
eine entsprechende Finanzierung nicht zu realisieren. In der Vergangenheit wurde viel Geld über 
Ausgleichsmaßnahmen oder Ökokonten, oft auch in Projekte investiert, welche wenig nachhaltig 
waren. Anders ist der Bau von Fischtreppen, Sohlgleiten, der Schaffung natürlicher 
Gewässerlebensräume oder von Laichbiotopen zu werten.  
 
a) Sieht Ihre Partei Möglichkeiten für eine stärkere Finanzierung von nachhaltigen 
Maßnahmen einer ökologischen Gewässerentwicklung und für Projekte des 
Fischartenschutzes?   
 
b) Ist Ihre Partei dazu bereit, die vorhanden gesetzlichen Möglichkeiten für die 
Verwendung von Ausgleichsgeldern per Gesetz weiter zu verbessern, um damit die 
Verwendungsmöglichkeiten der Ausgleichgelder weiter zu erhöhen. 
 
15.  In der Vergangenheit wurden Gewässer aus dem Bestand der BVVG, aus der Berufsfischerei 
(Haselbacher Teiche) oder Privatgewässer mit staatlichen Geldern, über Ausgleichsmaßnahmen, 
im Rahme von Flurneuordnungsverfahren, über die Stiftung Naturschutz oder mit anderen 
Naturschutzgeldern finanziert und Naturschutzverbänden, wie dem NABU übertragen. Dieser 
war in der Regel nicht in der Lage die Gewässer entsprechend fischereifachlich zu betreuen, wie 
einige Beispiele belegen.  
 
a) Der Landesanglerverband Thüringen e.V. ist gleichermaßen anerkannter 
Naturschutzverband und fischereifachlich (personell und fischereitechnisch) in der Lage 
Gewässer und deren Fischbestand nachhaltig zu betreuen und zu erhalten.  
 
Würde sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass unserem Verband gleichberechtigt den 
anderen Naturschutzverbänden (dies ist bisher nicht geschehen), im Interesse einer 
ordentlichen, nachhaltigen Fischhege und des Erhalts von Gewässerbiotopen, 
entsprechende Gewässer angeboten werden?